Der erste Tag

emotionales chaos
im auslandspraktikum

Den Hintergrund zu diesem Beitrag erzähle ich hier <<

Wow, ein richtiger Gedankensalat. Zu viele Gefühle und Emotionen. Überforderung.

Der Jetlag macht Gefühle intensiver, das ist mir spätestens mittags klar. Und ich spüre: da ist ganz viel in mir drin, was gehört werden möchte. Ich brauche eine Weile, um mich zu sortieren und zu verstehen, was und warum da so viele Themen aufkommen.

Absolut klar ist, wie sehr ich mich auf dieses neue Leben freue, aus so vielen unterschiedlichen Gründen. Abstand zu Altem und Raum für Neues. Ich habe das Gefühl, mehr Luft zum atmen zu haben. An den Herausforderungen zu wachsen und so unendlich stolz zu sein, wenn ich die Hürde gemeistert habe. Und selbst das ist wieder ein „wenn…, dann…“ Gedanke: ich kann auch jetzt schon stolz sein, diesen Schritt gegangen und einfach in ein Flugzeug ans andere Ende der Welt gestiegen zu sein, ohne zu wissen, was mich dort erwartet und ohne ein festes Praktikum in der Hand. Noch vor ein paar Monaten hätte ich mir das selbst nie zugetraut, und heute bin ich hier. Ja, ich darf stolz sein.

Trotzdem wird man 10.000 km entfernt von zu Hause noch stärker mit seinen Ängsten konfrontiert. Raus aus der Komfortzone, rein ins Leben. In mein Journal habe ich geschrieben:

  • loslassen
  • frei sein
  • Verantwortung übernehmen
  • erschaffen
  • sich einlassen
  • alte Muster ablegen
  • Ohnmacht
  • Angst, unbedeutend zu sein
  • so viele Spiegel, die das Universum mir gerade vorhält
  • offensichtliche Glaubenssätze löse ich bereits, nun zeigen sich die tieferen

Dazu kommt die Angst, kein passendes Praktikum zu finden, die Angst, mich zu verrennen und gegen eine Wand zu laufen. Zu blauäugig gewesen zu sein.

Es tut weh.

Und es verunsichert. Ich merke, wie hilflos ich mich fühle und mir selbst so viel Druck mache – keine Zeit für Trödeln, keine Zeit für Entspannung, du musst ein Praktikum finden. Dass ich schon seit längerem fest daran glaube, dass Qualität über Quantität steht und ich nur präsent bin, wenn ich einen Zugang zu mir habe und gut für mich sorge, ist in dem Moment vergessen.

Ein langes und intensives Gespräch mit meinem Freund hilft, den Gedankensalat zu sortieren und mich wieder auf die Füße zu bekommen. Zuhause angekommen habe ich eine neue Mail: ein positives Feedback zu einer Bewerbung, die ich vor Wochen initiativ abgeschickt und schon längst abgehakt habe. Das ist eines der deutlichsten Zeichen seit langem. Und sie sind laut, wenn man nur richtig zuhört. 

Sonnenstrahlen und Seiten voller Gedanken

Ein Kommentar zu “Der erste Tag

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