Wie Bewertungen unser Leben beeinflussen & wie man sie gehen lässt

„ICH GLAUBE DAS SOLLTEST DU ANDERS MACHEN.“, „ICH DENKE DAS IST NICHT GUT FÜR SIE.“, „DIE HABEN ABER EIN GROSSES HAUS UND BESTIMMT VIEL GELD.“ – KOMMT DIR DAS BEKANNT VOR?

Wir alle haben diese eine Freundin, von der wir glauben, sie ist vielleicht nicht ganz glücklich in ihrem Leben. Sie scheint nach außen hin zwar genau das zu sein, aber ab und zu bröckelt die Fassade und man wird hellhörig. Sie trifft Entscheidungen, von denen wir glauben anders wären sie besser. Sie hat sich vielleicht gerade ein neues Auto gekauft, eigentlich sollte sie aber lieber sparen. Ihr neuer Freund scheint merkwürdig, aber sie ist ja sooo glücklich.

Das gleiche machen wir täglich mit uns selbst. Sollte ich nicht lieber noch ein bisschen arbeiten, damit ich auch wirklich produktiv war heute? Wenn ich doch nur noch diese eine Aufgabe erledigt hätte, dann wäre mein Tag erfolgreich abgeschlossen. Und da sollte ich eigentlich auch nochmal drüber schauen, ich kann das besser. War die Mail an meine Kollegin so in Ordnung? Selten sind wir einfach mal zufrieden und gut genug in irgendetwas.

Die Welt der Bewertungen

Ich vermute diese Eigenschaft läuft auf Autopilot. Es gibt immer etwas zu verbessern, immer etwas zu bemängeln, immer eine Kritik – ob an uns selbst oder anderen. Wie anstrengend, so viel Zeit unseres kostenbaren Tages damit zu verbringen!

Das Problem daran:

  1. Wir sind immer nur im Außen, selten im Innen. Wir bewerten was andere tun, sagen, machen, entscheiden, tragen, fahren, nutzen. Es ruft einen Vergleich hervor, bei dem wir in der Regel schlechter abschneiden als der andere. Das tut weh, macht schlechte Stimmung und nährt unser Gefühl, nicht (gut) genug zu sein. Oder:
  2. Wir werten uns auf, indem wir andere abwerten – so fühlen wir uns besser und füttern unser Ego. Bloß nicht verletzlich zeigen, angreifbar machen oder Fehler zugeben.

Beides führt allerdings zu einem Ungleichgewicht, und beides macht auf Dauer nicht glücklich.

Was können wir ändern?

Ich habe inzwischen eine Art Glöckchen im Kopf, was immer dann klingelt, wenn ich mich fragen sollte, ob das mal wieder eine Bewertung ist. Dann versuche ich, sie umzuformulieren und zu verstehen, was eigentlich dahinter steckt. Denn meistens ist es ein Spiegel zu unserem inneren Ich, das irgendwelche Vorurteile oder Neid versteckt hält. Mich dann zu fragen, warum ich so denke, bringt mich ein Stückchen näher an den Grundstein dieser Gedanken. Vielleicht hätte ich das auch gern? Vielleicht verbirgt sich ein negativer Glaubenssatz dahinter, der bereit ist, aufgelöst zu werden? Was auch immer es sein mag, es hilft mir, hinzuschauen.

Ein Tipp, den ich gern teilen möchte: Beobachte mal ein paar Tage lang deine Gedanken und erlebe ganz bewusst, wenn Du eine Bewertung aussprichst oder denkst. Schreib es auf und frage dich am Abend, was der Kern dahinter ist. Du wirst schnell merken, wie viele Bewertungen das eigentlich sind, und wie sie auf 1-2 Schlüsselthemen aufmerksam machen, denen du dich näher widmen darfst. Sieh es als Geschenk, hinzuschauen und als Ziel, öfter einfach bei Dir zu bleiben, ganz gleich ob andere dies und jenes besser oder schlechter machen.

Nach diesem Gespräch mit einer Freundin war uns beiden viel klarer, wann uns diese Angewohnheit im Leben eigentlich begegnet, und wie wir sie verändern können. Manchmal braucht es einen guten Impuls von Außen und wir wandeln unser Mindset. Achtsam durchs Leben gehen anstatt sich so sehr auf andere zu konzentrieren, ist unser neuer Meilenstein.

Denn Eins ist sicher: bewerten macht unglücklich.

Ich freue mich außerdem unheimlich, wenn Du deine Gedanken dazu mit mir teilst! Wie fühlt es sich für Dich an?

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